

Anfang der 70er Jahre entstanden etliche Rock-LPs, diese zählte der Rockjournalismus damals zu den Meilensteinen der Musikhistorie; die Stones schufen mit „Sticky Fingers“ und Exile On Main Street“ zwei ihrer stärksten und wichtigsten Alben, Deep Purple trumpfte mit „In Rock“ auf,. Genesis mit „Nursery Crime“, Led Zeppelin flog in höhere Sphären usw., usw. Alles immer wieder gerne gehört und unendlich viel darüber gelesen. Doch fehlt mir persönlich bis zum heutigen Tag gänzlich eine wichtige Veröffentlichung bei solchen Auflistungen von „Überalben“. Wo wird die LP „Detroit with Mitch Ryder“ besprochen? Nirgends! Komisch, denn jeder Kenner wird diese nämlich spätestens nach dem zweiten Anhören unweigerlich in einem Atemzug mit in seine Favoriten einbeziehen. Ohne Frage!
Nach dem finanziellen Flop von „The Detroit Memphis Experiment“ und nach der kurzlebigen Detroit Wheels-Reunion gründete Mitch Ryder gemeinsam mit John Badanjek „Detroit“. Im Verbund mit weiteren Spitzenmusikern, die zu einem Großteil aus der schon angesprochenen Reunion-Besetzung 1969/70 der Wheels abstammten, gelang dieser Band bereits mit dem Debutalbum eine Glanzleistung. Dieses Album atmet mit seinen acht Takes den Rock ein und aus; es kann dabei sehr hart, rauh und ungeschliffen klingen wie bei „Long Neck Goose“, „It Ain´t Easy“ oder dem späteren European-Classic: Lou Reeds „Rock´n´Roll“. Die Songs können uns aber auch einschmeicheln wie eine Raubkatze, hier allerdings hinterlistig und dabei kurz vor dem finalen Sprung an die Kehle des Zuhörers, man höre und staune z.B. bei „I Found A Love“. „Detroit“ gelingt es, musikalisch herrschende Stimmungen der damaligen Zeit aufzunehmen, ohne dabei allerdings etwa auf „modisch“ geschaltet zu sein. Gerade diese Verwirklichung von Eigenständigkeit war Anfang der 70er schon allein ein kleines Meisterwerk für sich alleine betrachtet. Dazu: Mitch Ryders Voice klingt hier schlicht und einfach genial, all die aufreibenden Jahre im Buisness schienen wirklich an ihm vorüber gegangen zu sein. Äußerlich verwandelte er sich in einen wüsten Rocker, lange Matte, Schnurrbart, wildes Gebahren. Der krasse Gegenpol zu den letzten Bob Crewe-Jahren, in denen er nach dem Plan dieses reichlich fehlgesteuerten Managers einfach allen gefallen sollte. Er stellt seine Person allerdings keineswegs in den Mittelpunkt der Songs. Im Gegenteil, bei den Songs „Is It You (Or Is It Me)“ und „Box Of Old Roses“ überlässt er den Leadgesang gar John Badanjek bzw. W.R. Cooke, er selber übernimmt hier, allerdings gar nicht brav, den „zweiten“ Part und die Hamonies, ein Teamwork auf breiter Linie.
Detroit absolvierte reichlich Tourneen, spielte auf Festivals
und begeisterte mit der harten, eckigen Musik zweifellos die Zuhörer,
doch die Platte selbst lag schwer wie Blei in den Regalen der Händler.
Kaum zu glauben: Ein weiterer Flop! Auch hier war die Schuld sicher bei
groben Fehlmanagement zu suchen. Zudem konnten viele Mitch Ryder Fans dessen
seichte Las Vegas-Phase einfach nicht vergessen. Eine Schande! So blieb
dieses Album neben drei Singles die einzige Veröffentlichung der Band,
bereits im Jahre 1972 löste sie sich auf.
Mitch Ryder hatte damals ohne jeden Zweifel Großes mit Detroit
vor. Noch bei einigen seiner Interviews in den achziger Jahren betonte
er immer wieder, wie sehr ihm seelisch das Scheitern mit dieser genialen
Band zu schaffen machte. Kurzum, eine verkannte Band und ein verkanntes
Meisterwerk!
Sammler-Tipp:
Das Album „Detroit“ ist noch immer recht einfach bei diversen Internet-Börsen
zu bekommen. Für ein „Very Good“-Exemplar (deutsche oder französische
Pressung) sollte man 13-17 Euro einplanen. Schwieriger und teurer wird
es bei dem Versuch ein amerikanisches Original-Album (Beachte: Paramount-Label!)
in einwandfreiem Zustand zu ergattern. Doch auch hier lohnt sich der Kauf
bestimmt. Dieses Teil hat Geschichte und ist nicht zuletzt die hochwertigere
Vinyl-Pressung.
Musikcasette Front
Musikcassette Back

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It Ain´t Easy (Davies) 3:22 B-Side:
1971 Paramount PAA 094
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Side 1 |
Side 2 |
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Rock´n´ Roll (Lou Reed) 6:10 B-Side:
1971 Paramount PAA 0133
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Label 1 (Paramount) |
Label 2 (Paramount) |
Front (France) |
Back (France) |
Label (France) |
Paramount-Promo Front |
Paramount-Promo Back |

Front (France) |
Back (France) |
Label (France) |
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I Can´t See Nobody B-Side:
1971 Paramount PAA 0051
Auch diese beiden Songs sind nicht auf der Detroit-LP enthalten. |
Label 1 (Paramount) |
Label 2 (Paramount) |