Discographie 1971 (plus 1997)
Detroit feat. Mitch Ryder




Detroit - Detroit with Mitch Ryder

1971

Paramount 6010
Medium: LP

01. Long Neck Goose (Ryder/Erzin) 3:13
02. Is It You (Or Is It Me) (Ryder/Badanjek) 4:05
03. It Ain´t Easy (Davies) 3:22
04. Rock´n Roll (Lou Reed) 6:10
05. Let It Rock (Anderson) 3:25
06. Drink (Manko/Optner) 5:41
07. Box Of Old Roses (W.R. Cooke) 2:45
08. I Found A Love (Schofield/Pickett/West) 6:42

Mitch Ryder - Vocals
John (The Bee) Badanjek - Drums, Vocals with MR on Song 2
Dirty Ed - Congas, Tambourine
Steve (Decator Gator) Hunter - Lead Guitar
W.R. Cooke - Bass, Vocals on Song 7
Brett Tuggle - Guitar
Harry Phillips - Keyboards

Add. Personel:
Boot Hill - Keyboards, Harmonica
John Sauter - Bass
Mark Manko - Second Guitar on Songs 1, 3, 5, 8
Produced by Bob Ezrin for Nimbus 9

Studio:
Manta Sound, Toronto
 


LP Cover (Back) mit Autogramm von Mitch und Steve Hunter
(Unterschrieben in Bonn 2005)

Anfang der 70er Jahre entstanden etliche Rock-LPs, diese zählte der Rockjournalismus damals zu den Meilensteinen der Musikhistorie; die Stones schufen mit „Sticky Fingers“ und Exile On Main Street“ zwei ihrer stärksten und wichtigsten Alben, Deep Purple trumpfte mit „In Rock“ auf,. Genesis mit „Nursery Crime“, Led Zeppelin flog in höhere Sphären usw., usw. Alles immer wieder gerne gehört und unendlich viel darüber gelesen. Doch fehlt mir persönlich bis zum heutigen Tag gänzlich eine wichtige Veröffentlichung bei solchen Auflistungen von „Überalben“. Wo wird die LP „Detroit with Mitch Ryder“ besprochen? Nirgends! Komisch, denn jeder Kenner wird diese nämlich spätestens nach dem zweiten Anhören unweigerlich in einem Atemzug mit in seine Favoriten einbeziehen. Ohne Frage!

Nach dem finanziellen Flop von „The Detroit Memphis Experiment“ und nach der kurzlebigen Detroit Wheels-Reunion gründete Mitch Ryder gemeinsam mit John Badanjek „Detroit“. Im Verbund mit weiteren Spitzenmusikern, die zu einem Großteil aus der schon angesprochenen Reunion-Besetzung 1969/70 der Wheels abstammten, gelang dieser Band bereits mit dem Debutalbum eine Glanzleistung. Dieses Album atmet mit seinen acht Takes den Rock ein und aus; es kann dabei sehr hart, rauh und ungeschliffen klingen wie bei „Long Neck Goose“, „It Ain´t Easy“ oder dem späteren European-Classic: Lou Reeds „Rock´n´Roll“. Die Songs können uns aber auch einschmeicheln wie eine Raubkatze, hier allerdings hinterlistig und dabei kurz vor dem finalen Sprung an die Kehle des Zuhörers, man höre und staune z.B. bei „I Found A Love“. „Detroit“ gelingt es, musikalisch herrschende Stimmungen der damaligen Zeit aufzunehmen, ohne dabei allerdings etwa auf „modisch“ geschaltet zu sein. Gerade diese Verwirklichung von Eigenständigkeit war Anfang der 70er schon allein ein kleines Meisterwerk für sich alleine betrachtet. Dazu: Mitch Ryders Voice klingt hier schlicht und einfach genial, all die aufreibenden Jahre im Buisness schienen wirklich an ihm vorüber gegangen zu sein. Äußerlich verwandelte er sich in einen wüsten Rocker, lange Matte, Schnurrbart, wildes Gebahren. Der krasse Gegenpol zu den letzten Bob Crewe-Jahren, in denen er nach dem Plan dieses reichlich fehlgesteuerten Managers einfach allen gefallen sollte. Er stellt seine Person allerdings keineswegs in den Mittelpunkt der Songs. Im Gegenteil, bei den Songs „Is It You (Or Is It Me)“ und „Box Of Old Roses“ überlässt er den Leadgesang gar John Badanjek bzw. W.R. Cooke, er selber übernimmt hier, allerdings gar nicht brav, den „zweiten“ Part und die Hamonies, ein Teamwork auf breiter Linie.

Detroit absolvierte reichlich Tourneen, spielte auf  Festivals und begeisterte mit der harten, eckigen Musik zweifellos die Zuhörer, doch die Platte selbst lag schwer wie Blei in den Regalen der Händler. Kaum zu glauben: Ein weiterer Flop! Auch hier war die Schuld sicher bei groben Fehlmanagement zu suchen. Zudem konnten viele Mitch Ryder Fans dessen seichte Las Vegas-Phase einfach nicht vergessen. Eine Schande! So blieb dieses Album neben drei Singles die einzige Veröffentlichung der Band, bereits im Jahre 1972 löste sie sich auf.
Mitch Ryder hatte damals ohne jeden Zweifel Großes mit Detroit vor. Noch bei einigen seiner Interviews in den achziger Jahren betonte er immer wieder, wie sehr ihm seelisch das Scheitern mit dieser genialen Band zu schaffen machte. Kurzum, eine verkannte Band und ein verkanntes Meisterwerk!

Sammler-Tipp:
Das Album „Detroit“ ist noch immer recht einfach bei diversen Internet-Börsen zu bekommen. Für ein „Very Good“-Exemplar (deutsche oder französische Pressung) sollte man 13-17 Euro einplanen. Schwieriger und teurer wird es bei dem Versuch ein amerikanisches Original-Album (Beachte: Paramount-Label!) in einwandfreiem Zustand zu ergattern. Doch auch hier lohnt sich der Kauf bestimmt. Dieses Teil hat Geschichte und ist nicht zuletzt die hochwertigere Vinyl-Pressung.


Musikcasette Front


Musikcassette Back



 
A-Side: 
It Ain´t Easy (Davies) 3:22

B-Side:
Long Neck Goose (Ryder/Erzin) 3:13

1971

Paramount PAA 094
Medium: 7“-Single


Side 1

Side 2

Promosheet für Radiostationen



 
 


 
A-Side: 
Rock´n´ Roll (Lou Reed) 6:10

B-Side:
Box Of Old Roses (W.R. Cooke) 2:45

1971

Paramount PAA 0133
Medium: 7“-Single


Label 1 (Paramount)

Label 2 (Paramount)
 

Front (France)

Back (France)

Label (France)

Paramount-Promo Front

Paramount-Promo Back

 



 
A-Side: 
Oo-La La La-Dee Da Doo (K. Williams/M. Simpkins) 3:17

B-Side:
Gimme Shelter (Jagger/Richards) 4:53

1971

Paramount PAA 0133
Medium: 7“-Single

Beide Songs sind nicht auf der Detroit-LP enthalten (Non-Album-Tracks).


Front (France)

Back (France)

Label (France)

 

 
A-Side: 
I Can´t See Nobody

B-Side:
Girl From The North Country

1971

Paramount PAA 0051
Medium: 7“-Single

Auch diese beiden Songs sind nicht auf der Detroit-LP enthalten.


Label 1 (Paramount)

Label 2 (Paramount)
 

 

 
Detroit with Mitch Ryder
Get Out The Vote
Live At The Hill Auditorium, 
Ann Arbour, 01. April 1972

VÖ: 1997

Label: Total Energy, Burbank, NER 3010
Medium: CD/LP

01. Little Bit Of Love (Badanjek)
02. Let It Rock (Chuck Berry)
03. Can´t Get Next To You (Smokey Robinson)
04. Rock´n Roll (Lou Reed)
05. City Woman (Steve Hunter)
06. Jenny Take A Ride (Johnson/Penniman/Crewe)
07. All In A Dream (Levise)
08. Rock & Roll Hoochie Koo (Edgar Winter)
09. Gimme Shelter (Jagger/Richards)
10. Devil With A Blue Dress On (Stevenson/Long)/Good Golly Miss Molly (Blackwell/Marascalco) 3:06
11. Detroit Boogie (Levise)

Produced by John Sinclair for Big Chief Productions
 


Front


Back


Mitch Ryder - Vocals
John (The Bee) Badanjek - Drums
Dirty Ed - Congas, Tambourine
Steve Hunter - Lead Guitar
W.R. Cooke - Bass
Brett Tuggle - Guitar
Harry Phillips - Keyboards
 
 
 
 

25 Jahre nach diesem Ann Arbour-Gig erschien diese CD quasi aus dem Nichts. Das Label "Total Energy" sagt mir nichts und ich bin mir nicht sicher, ob diese Veröffentlichung von Mitch Ryder authorisiert wurde.

Trotzdem: Mir gefällt diese Aufnahme, ist es doch das einzige Live-Dokument dieser sehr kurzlebigen Band . Etwas störend ist allerdings der ziemlich dumpfe Sound, somit ist diese Veröffentlichung wohl nur dem Fan und Sammler zu empfehlen.

"Get Out The Vote" erschien als CD und auch als LP. Beide Veröffentlichungen sind mittlerweile vom Markt verschwunden. Sollte man sich danach auf die Jagd begeben sind Preise von ca. 100 €  für CD oder LP allerdings nicht selten.

Es wäre mein Wunschtraum, wenn in den Archiven noch Detroit-Aufnahmen mit klarerem Sound existieren würden. Eine Veröffentlichung würde sich sicher lohnen.
 

 


 

nach oben

zurück

Home