Konzert-Review: Mickey Jupp, Spirit, Mitch Ryder
Hamburg, Stadtpark, 15.06.1981


Ticket mit Dank an Ricardo

... Von daher war die Stimmung für Mitch Ryder eigentlich recht gut. Immerhin spielte er zum x-ten Mal in seiner Hochburg. Es ging gleich gut los. Hits wie „War“ oder „It Ain´t Easy“ und „Liberty“, nahtlos ineinander geflochten, stimmten auf ein Finish ein, das zum krönenden Feuerwerk hätte werden können. Die Band legte sich - wie bekannt - tierisch ins Zeug, war sichtlich spielgeil und schuftete hart auf einen versprechenden Höhepunkt hin. Allein die Percussion-Schwerstarbeit von Schlagzeuger Wilson Owens war eine Ohren- und Augenweide. Nur der Boss selbst, Mr. Willard Levise, war nicht besonders gut drauf. Er wirkte nervös, abwesend, nicht voll konzentriert. Ohne ersichtlichen Grund für die 4000 Fans verließ er nach sechs Songs die Bühne. ... Cola- und Bierbüchsen hagelten auf die Bühne. Ein legitimer Ausdruck von Unverständnis, Unwissen und natürlich Enttäuschung?! Nach kurzer Unterbrechung kehrte Ryder zurück und beendete seinen Auftritt mit drei weiteren Nummern. Etwas über eine Stunde hatte er damit gespielt.
Doch das war nicht mehr wichtig. Dicke Wolken von Unzufriedenheit lagen über der abendlichen Park-Szene. Verdrossen zog man von dannen. ...
wat
Musik-Express 07/Juli 81
 

Anm.:
Angeblich wurde dieses Event von einem Radiosender aufgezeichnet. Bestätigungen darüber fehlen mir allerdings.

Anm.: Von wegen "nicht gut drauf":  Nach meinen Recherchen konnte Mitch Ryder rein gar nichts für diesen kurzen Auftritt. Er MUSSTE schlicht und einfach aufhören wegen strikter Auflagen der Stadt ("Lärmbelästigung", evtl. abwandernde, "randalierende" Fans, etc.). So ist es nun einmal bei Rock-Großevents (4000 Besucher waren anwesend).

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