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Happy Birthday, Mitch! Backstage, Bonn, 25.02.2006


Megan & Elke (my Love forever
and my inspiration), Backstage, Bonn, 2009

Mein Name ist Rainer. Ich bin 50 Jahre jung, war einmal Dreher in der Metallverarbeitung, bin jetzt kaufmännischer Angestellter und ein Fan der guten, soliden Handmade-Rockmusik, seit Urzeiten, kann ich echt schon sagen. Ich höre viele Bands gerne, aber eine Person in diesem heutzutage schnelllebigen, oft ungerechten Buisness hat es mir besonders angetan: William Levise Jr. aka Mitch Ryder.

Was fasziniert mich nun an diesem Ausnahmesänger? Ist es der legendäre Rockpalast-Auftritt von 1979? Ist es seine beinahe übernatürliche Voice, die mich nur all zu oft erschaudern lässt, meine Seele berührt, mir aber auch gleichzeitig Mut geben kann? Oder ist es seine als schon brutal zu bezeichnenede Ehrlichkeit?

Fangen wir mit einem Zeitsprung an:
Mitte der sechziger feierte der am 26. Februar 1945 in Detroit als William Levise Jr. geborene Mitch Ryder mit seinen Detroit Wheels mit den Hits wie z.B. „Jenny Take A Ride" oder  „Devil With A Blue Dress On / Good Golly Miss Molly“ große Erfolge. Sein allerdings etwas größenwahnsinnig gewordene Management um Bob Crewe löste die Detroit Wheels nach diesen Megasellern auf, in der Hoffnung, mit Ryder Solo noch mehr Erfolge feiern zu können. Ein großer Fehler! Kaum einer seiner Fans wollte diesen erstklassigen R&B-Shouter gemeinsam mit Revuegirls, Showorchester und Glitzeranzügen in Weichspül-Manier sehen. Ryder trennte sich von seinen Managern und blieb bei denen mit mehreren hunderttausend Dollar Schulden in der Kreide. Er verschwand, trotz der mitreißenden aber kommerziell erfolglosen Soloalben „The Detroit-Memphis Experiment“ und „Detroit“, in der Versenkung, musste jahrelang in Büros, Fabriken und Kaufhäusern jobben. Doch er gab nicht auf! Nach seinem Tagesjob verbrachte er seine Freizeit mit dem schreiben neuer, eigener Songs.

1978 dann schließlich das Comeback, Line Records-Chef Uwe Tessnow nahm in unter Vertrag. Mit den Longplayern „How I Spend My Vacation“ und „Naked But Not Dead“ medete er sich zurück. Sein Auftritt im Oktober 1979 bei der Rockpalast-Nacht in der Essener Grugahalle leitete dann die wohl entscheidende Wende ein. Mitch wollte in dieser Nacht keinen leichten Mainstream, er wollte provozieren, anstacheln, zeigen wo der „Rock´n Roll weh´tut“. Rock als Abkehr von den Spielregeln! Mehrmals drohte die Show zu kippen. Ein Rock´n Roll-Babylon! Einige wandten sich ab, doch nach diesem Gig gewann der Shouter aus Detroit eine unverwüstliche Anhängerschaft in Deutschland. Obwohl er von der hiesigen Musikpresse vor allem in den 80er und 90er Jahren beinahe totgeschwiegen wurde, hat er mittlerweile etliche Alben nach seinem Comeback 1979 herausgebracht. Immer kritisch gegenüber der amerikanischen Politik, machte er sich auch in seinem Heimatland mit seinen neuen Songs kaum Freunde. Dort wird er bis Heute als der Rock´n Roller aus den guten alten sechzigern gefeiert. Hier in Deutschland darf er seine Musik präsentieren, hier wollen die Leute ihn so sehen wie er wirklich ist. Jährlich bestreitet er eine mehrwöchige, wirklich kräftezehrende Deutschland-Tour, dabei wurde er nun schon elfmal (Stand 2009) durch die erstklassige Berliner Band Engerling begleitet.

Mitch Ryder faszinierte mich bei seiner Rockpalastshow 1979. Keine Art von Normen konnten ihn scheinbar bremsen. Dann  noch diese göttliche Voice und dazu diese ackernde, schwitzende Spitzenband, für mich als aufmüpfigen, langhaarigen Teenager natürlich eine Wonne. Zum bekennenden Fan wurde ich schließlich nach meiner ersten besuchten Live Show im November 1980, im Audimax Aachen. Ich begann anschließend alles zum Thema Mitch Ryder zu sammeln und erwarb jede LP und Single die ich nur ergattern  konnte, was damals in dem kleinen Kuhdorf wo ich wohnte wirklich nicht einfach war. Mitch Ryder wurde  zu einem nicht unbedeutenden Teil in meinem Leben. Seine Songs begleiteten mich auch durch die schlechten und traurigen Zeiten meines Daseins, gaben oft meinen Mut zurück. Aber auch die fröhlichen Partys mit der bis bis zum Verstärkeranschlag aufgedrehten Musik von Mitch werde ich  nie vergessen.

Ich freue mich heutzutage schon Monate vor einer neuen Europatour auf das Wiedersehen; und das nicht allein  wegen der genialen Musik, sondern einfach um die Menschen William Levise und die Frau an seiner Seite, Megan, wieder zu sehen. Wenn alles gut ist, geht es  meiner Lebensgefährtin Elke und mir auch gut. Für Megan und Mitch ist Deutschland zu einer musikalischen Heimat geworden, was man an der Herzlichkeit und Ausstrahlung dieser Menschen ohne Mühe ablesen kann.
 

Mit dieser ersten deutschsprachigen Homepage zum Thema möchte ich mich schlicht einfach vor dem musikalischen Werk von Mitch Ryder verneigen und Euch, zumindest optisch, daran teilhaben lassen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn ihr gefallen daran findet, hier auf der Page  in dem Werk dieses Ausnahmekünstlers zu stöbern, den Recording-Index (übrigens mein ganzer Stolz) auf den Kopf zu stellen, Eure Erinnerung an tolle Konzerte wieder aufleben zu lassen, u.s.w., habe ich mein Ziel schon erreicht, ich will gar nicht mehr. Aber: Falls Ihr etwas dazu beitragen möchtet - gerne! Schreibt mir einfach eine Mail. Ich freue mich auf Eure Feedbacks und vielleicht auch auf eine Zusammenarbeit. Lest bitte auch meine Anfrage!

Bitte nutzt auch das Gästebuch.

Noch etwas sehr Wichtiges und Ernstes muß ich nun doch noch los werden, bei aller Freundschaft: Ich kopiere und brenne gar nichts, keine CD, keine DVD, keinen einzigen Track! Nachfragen diesbezüglich sind völlig sinnlos. OK?  Sorry!
 

Wir sehen und beim Konzert!

Rainer Peschen

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