- Foto mit Dank an Gert -


Mitch Ryder - die Stimme des Detroit City Rock im Rider's Café 

Von Matthias Stohanzl in UNSER LÜBECK, 21.03.2011 

Seinen obligatorischen Hut trägt 'Mr. Tambourine' immer noch. Dass seine Stimme seit vier Generationen zündet, weiß man auch. Aber wer konnte wissen, dass seine Begleitband 'Engerling' ein so fulminantes Feuerwerk abbrennt? Ruhiger ist er geworden - denkt man. Wenn man ihn jetzt sieht und den Vergleich mit früheren Konzerten und eher exzentrischen Entladungen zieht, scheint es zumindest backstage so. Beim Live Auftritt in Lübeck reiht sich der 66-jährige Mitch Ryder nahtlos in die Riege der alten Rocker ein, wie zum Beispiel Johnny Winter oder Roger Chapman, die mittlerweile jedes Jahr auf friedlicher, dennoch spannungsgeladener Club-Tour sind. Es hat etwas besonderes, einen Musiker zum Anfassen nah zu erleben, der so lange Zeit musikalische Geschichte geschrieben hat. Gemeinsam mit Bands wie z. B. MC5, Grand Funk Railroad und Bob Seeger leitete er eine neue Ära in der Musik ein. Die Fusion aus Soul, Blues und Rock war seinerzeit eine völlig neue Musikrichtung, die später auch zur Entwicklung des Funk beitrug.Mitch Ryder startete seine Karriere 1962 mit der Veröffentlichung der ersten Single Thatís What Itís Going To Be. Mit der Band The Detroit Wheels verband der charismatische Sänger die schwarze und weiße Musik der sechziger Jahre. Im amerikanischen Detroit bestimmte lange Zeit der soulige Motown-Sound den Ton. Mitch Ryder, der seine Begeisterung ebenso im Rock'n Roll fand, brachte diese beiden Musikrichtungen in bemerkenswerter Weise zusammen. Legendär ist sein Auftritt in der Rockpalast-Nacht im Jahr 1979. In den letzten Jahren gibt es vermehrt Auftritte in Europa, besonders in Deutschland. Mitch Ryder gilt als weißer Sänger mit schwarzer Stimme. Seit 1994 tourt er mit der Berliner Band 'Engerling', die seit 1975 fester Bestandteil der ostdeutschen Bluesrockszene ist. Ihre LP Engerling Blues (Veröffentlichung 1979) wurde über 100.000 mal verkauft.Engerling war an diesem Abend nicht nur homogene Unterstützung für Mitch Ryder. Die brillanten Soli der beiden Gitarristen machten mächtig Druck in wechselnden Leadparts und waren einfach mehr als nur gutes Handwerk. Flankiert von bester Tastenarbeit durch Wolfram Bodag, neben Heiner Witte an der Gitarre Gründungsmitglied der 'Engerlinge', gab es gigantisch gute Livemusik und beste Stimmung. Selbstredend durfte der Song C.C. Rider von Ma Rae (1924) in der Version von Mitch Ryder (1966) nicht im Rider's Café fehlen. Es passte alles wunderbar zusammen. 

Quelle: http://www.unser-luebeck.de/content/view/2939/284/

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